Aktuelles

Dialog statt Konflikt - Schüler*innen der Oberstufe informieren sich über die Situation im Nahen Osten

Veröffentlicht ⋗ 28.10.2025

Von ⋗ M. Walter

Die Schüler*innen des 11.-13. Jahrgangs fanden sich am 24.09.2025 in der Mensa ein, um den Worten von Dr. Uwe Gräbe zur aktuellen Situation in Gaza, Israel sowie Jordanien zu lauschen.

Dr. Uwe Gräbe ist evangelischer Pastor und Fachbereichsleiter Nahost bei der „Evangelischen Mission in Solidarität“, einem Verein, der sich um internationale kirchliche Zusammenarbeit bemüht. In diesem Auftrag ist er während der vergangenen Jahre mehrfach in den Nahen Osten gereist, um u.a. vor Ort Hilfe für ein Krankenhaus in Gaza zu koordinieren.

Gräbe legte in seinem Vortrag viel Wert auf einen persönlichen Zugang zu dem Thema. So fragte er zu Beginn direkt, ob Schüler*innen Angehörige in dieser Region hätten, was einige durch Meldung bejahten. Und auch sein Vortrag war sehr persönlich, war er doch durch zahlreiche private Aufnahmen von Demonstrationen in Jerusalem, von ehemaligen - mittlerweile zerstörten - Gebäuden in Gaza sowie zahlreichen politischen Graffitis in Jordanien begleitet. Der Referent stellte in dem Zusammenhang klar heraus, dass Gaza mal „historisch bunt“ gewesen sei, dass es dort Moscheen gäbe, die zuvor Kirchen gewesen seien und es ganz selbstverständlich sei, dass Muslime zusammen mit Katholiken, Orthodoxen wie auch Anglikanern gelebt und einen interreligiösen Dialog pflegen.

Auch kam er auf die Situation in den dortigen Krankenhäusern zu sprechen. Gräbe selbst habe das Ärzte- und Pflegekräfteteam vor Ort kennen und schätzen gelernt. Und am Ende sei es gleich, aus welchen Gründen eine Bombe das Krankenhaus treffe. Entscheidend sei vielmehr, dass das Team vor Ort weiterarbeite. Es wurde deutlich, dass Gräbe keine konkrete politische Seite einnahm oder bevorzugte, sondern dass es ihm stets um ein religiöses Miteinander und die Wahrnehmung beider Konfliktparteien mit Respekt und Achtung ging.

Die Schülerfrage, ob Gräbe für oder gegen einen Staat Palästina sei, beantwortete er ebenso vor diesem Hintergrund: So nehme er bereits einen Staat Palästina wahr, doch sei der Weg zur Umsetzung dieses Staats umstritten. Unumstritten hingegen sei, dass das Morden endlich ein Ende finden müsse. Es müsse möglich sein, dass Palästina und Israel nebeneinander koexistieren können.

Zum Ende seines Vortrags stellte Gräbe ein Projekt vor, dass ihm selbst sehr am Herzen hänge: die Schneller-Schulen. Hierbei handelt es sich um Internatsschulen, in denen Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen ein Zuhause und eine schulische Ausbildung ermöglicht werde. Ganz selbstverständlich werden an diesen Schulen in Jordanien und dem Libanon christliche wie auch muslimische Kinder aufgenommen und sie erhalten gemeinsam eine Chance eine bessere Zukunft, so Gräbe.

Abschließend appellierte er an unsere Schüler*innen, sich für den gemeinsamen Dialog stark zu machen und sich sozial zu engagieren. Dafür erntete er großen Applaus.


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